Firmenbesichtigung bei Firma GRAMMER Interior Components GmbH in Hardheim
Pastorale Mitarbeiter des Katholischen Dekanats Mosbach-Buchen treffen sich zur Betriebsbesichtigung bei der Firma GRAMMER Interior Components GmbH in Hardheim
Etwas abseits liegt das Firmengelände der Firma Grammer. Riesige Produktionshallen lassen auf große Maschinen und Roboter in der Fertigung schließen. Betriebsratsvorsitzender Ralf Latterner, Personalleiterin Corinna Brand-Weißschädel und Abteilungsleitung Entwicklung Manfred Link heißen die pastoralen Mitarbeiter des katholischen Dekanats Mosbach-Buchen herzlich willkommen. Für Dekan Johannes Balbach ist dies immer eine ausgezeichnete Möglichkeit als kirchlicher Mitarbeiter einmal einen Blick in die für kirchliche Mitarbeitende eher ungewöhnliche Arbeitswelt zu erhalten. Der für die Arbeitswelt der katholischen Kirche zuständige Referent der Diözeanstelle Odenwald-Tauber Uwe Terhorst hatte den Kontakt zum Betriebsrat und zur Geschäftsleitung aufgenommen. Es sollte ein Nachmittag voller Eindrücke, Informationen und Gespräche der Kirchenvertreter werden.
Im Panoramasaal des Verwaltungsgebäudes wurde nicht nur ein faszinierender Blick auf Hardheim geboten, sondern auch eine ausgezeichnete Präsentation durch den Geschäftsführer Steffen Langbein. Er zeichnete die Geschichte aus der Gründerzeit aus dem Jahr 1954 in Buchen, über die Reum AG hin zur heutigen GRAMMER Interior Components GmbH in Hardheim nach. Wie zur Zeit der Familie Reum wird auch heute auf ein gutes Miteinander zwischen Mitarbeitenden und Geschäftsleitung Wert gelegt. Dafür spreche nicht nur der betriebseigene Kindergarten für Kinder von Beschäftigen, sondern auch die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. GRAMMER sei heute ein deutscher Hersteller von Innenraumkomponenten-Komponenten für die Automobilindustrie, vorwiegend für hochwertige Fahrzeuge. Ein kleiner Produktionsteil stellt Edelstahlblenden für Haushaltsgeräte her.
Sorgen machen Steffen Langbein die explodierenden Energiekosten, die sich in Hardheim mehr als vervierfacht haben. Viele Kosten könne man nicht einfach an Kunden weitergeben. Man stehe hier im Wettbewerb mit anderen Anbietern, die in anderen Teilen der Welt wegen niedriger Energie- und Lohnkosten günstiger produzieren könnten, so der Geschäftsführer weiter.
Der Leiter der Entwicklung Manfred Link führte kompetent durch die Fertigungsbereiche, vorbei an Arbeitsplätzen, an denen angelernte Beschäftigte ebenso wie Facharbeiterinnen und Facharbeiter einer Tätigkeit im Schichtsystem nachgehen. „Es muss immer alles tipptopp sein, die Kunden erwarten erstklassige Qualität“, betonte Personalleiterin Corinna Brand-Weißschädel, die die Gruppe ebenso begleitete wie der Betriebsratsvorsitzende Ralf Latterner.
Noch beeindruckt vom modernen Maschinen- und Roboterpark ging es nach 90 Minuten Rundgang in eine Abschlussrunde, um Fragen zu dem Gesehenen zu beantworten.
Eine Frage wurde zum Miteinander im Unternehmen gestellt: Geschäftsführer Steffen Langbein betonte die gute Führungskultur mit den Stichworten Respekt, Loyalität und Vertrauen für die Mitarbeitenden. Auch aus der Tradition des Unternehmens sehe man eine Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten und deren Familien. Deshalb sei es auch enorm wichtig, dass es ein gutes Miteinander zwischen Geschäftsführung und der Belegschaft gebe.
Dies unterstrich Betriebsratsvorsitzender Ralf Latterner: „Viele Lösungen bedürften einer umfangreichen Diskussion und Verhandlungen mit dem Ziel, am Ende eine gute Lösung für die Mitarbeitenden und das Unternehmen zu erreichen. Dies sei auch vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation nicht immer einfach, aber es werde immer lösungsorientiert zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat zusammengearbeitet.“
In der Fragerunde stellte Uwe Terhorst, Referent für Betriebsseelsorge, eine Frage zur Entlohnung und wie GRAMMER zur Tarifbindung stehen würde. Er beobachte, dass sich immer weniger Arbeitgeber in einem Arbeitgeberverband engagierten, auf der anderen Seite Gewerkschaften um Mitglieder werben. „Gerade die Mitbestimmung sei ein grundgesetzlich verbrieftes Recht, dieses gelte es zu wahren. Sonst kommt es sehr schnell zu einer Tarifflucht, was oftmals dazu führe, dass Arbeits- und Lohnbedingungen schlechter würden.“
Personalleiterin Corinna Brand-Weißschädel unterstrich die Bedeutung der Tarifbindung, deshalb sei die GRAMMER Interior Components GmbH auch als Arbeitgeber Mitglied beim Arbeitgeberverband Südwestmetall. Bei Grammer werde Tariflohn bezahlt. "Würden wir diesen nicht bezahlen, hätten wir Probleme, gute Fachkräfte zu gewinnen und zu halten."
Dekan Balbach betonte in seinen Dankesworten, dass es wichtig sei, Betriebsbesichtigungen durchführen zu können. Er bedankte sich insbesondere bei den Vertretern der Firma GRAMMER für die ausgezeichnete Organisation und die gewährten Einblicke.


