Interessante Eindrücke bei Ersa GmbH in Wertheim-Bestenheid
Weihbischof Würtz besucht mit Pastoralen Mitarbeitenden der Region Unternehmen in Wertheim
Seit Jahren ist es im Tätigkeitsfeld der Betriebsseelsorge und der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) zu einer guten Tradition geworden, einen „Tag im Betrieb“ mit den Diözesanbischöfen durchzuführen. Diesmal besuchte Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz zusammen mit einer Gruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanstelle, des Dekanats, der evangelischen Kirche, der Gewerkschaften, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und der Betriebsseelsorge die Firma Ersa GmbH in Wertheim-Bestenheid.
Anlass war nicht nur Besuch des Unternehmens, wichtig war auch die Begegnung und der Dialog mit Mitarbeitenden, Betriebsrät*innen und Vertreter*innen aus der Geschäftsleitung. Uwe Terhorst, der zusammen mit KAB-Diözesansekretär Ulf Bergemann regelmäßig diese Besuchstage vorbereitet, stellte die Gelegenheit für Vertreter der Diözese heraus, einen Einblick in die Arbeitswelt außerhalb des kirchlichen Betriebs zu erhalten.
Uwe Terhorst, Referent für Betriebsseelsorge in den Regionen Rhein-Neckar und Odenwald-Tauber, eröffnete die Veranstaltung mit einem Einblick in die Aufgaben der Betriebsseelsorge. Er betonte deren Rolle als Begleitung und Beistand im Arbeitsleben, hob Angebote zur Vernetzung und Weiterbildung für Arbeitnehmendenvertretungen hervor und betonte das aktive Engagement in Politik für soziale Gerechtigkeit und faire Arbeitsbedingungen.
Dr. Michael Fischer, Geschäftsführer von Ersa GmbH, stellte das Unternehmen vor und informierte über die Entwicklung in den letzten Jahren. Dabei unterstrich er die Bedeutung der Ersa-Produkte im Zusammenhang mit aktuellen Megatrends wie Smart Home, E-Mobilität und industriellen Automatisierungsprozessen. Trotz der Herausforderungen der Covid-Pandemie konnte Ersa GmbH daher Personalabbau vermeiden. Das Unternehmen investiert intensiv in seine Mitarbeitenden, dafür sprechen auch aktuelle Zahlen: über 100 Neueinstellungen, eine Ausbildungsquote von 10 % und mehrere Weiterbildungstage pro Mitarbeitende*r und Jahr.
Ersa-Betriebsrat Christoph Löffler bedankte sich bei der Delegation für ihr Interesse an der Entwicklung des Betriebs und betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmendenvertretung und Geschäftsführung, die im Unternehmen fest verankert sei.
Seit vielen Jahren bestehe durch den Betriebsrätekreis in Wertheim Kontakt zur Betriebsseelsorge. Die Gründung dieses Kreises war im ehemaligen Ökumenischen Kirchenzentrum auf dem Wartberg, initiiert auch durch Betriebsräte von ERSA und findet seit 2009 viermal jährlich statt.
Zwischenzeitlich seien so im Main-Tauber-Kreis Betriebsräte aus rund 20 verschiedenen Betrieben und Branchen vernetzt. Unter anderem wurde eine Ideenplattform nach den Motto eingerichtet: „Wenn Du etwas weißt, erzähle es deinen Kollegen im Betriebsrätekreis.“ Diese Treffen gemeinsam mit Ansprechpersonen von Betriebsseelsorge und IG-Metall ermöglichen wertvolle kollegiale Beratung und Informationsaustausch unter Betriebsräten.
Beim Thema „Werte“ konnte man in der Runde viele Gemeinsamkeiten feststellen. Diskutiert wurden aktuelle Herausforderungen, darunter die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Der Kurtz Ersa-Konzern verfolgt das Ziel der CO2-Neutralität bis zum Jahr 2029 – an den deutschen Standorten wird dieses Ziel schon früher erreicht werden.
Herausforderungen rund um die Transformation der Arbeitswelt waren ebenfalls Thema: Dr. Michael Fischer machte deutlich, dass es sich beim aktuellen Fachkräfte- eigentlich um einen Kräftemangel handelt, der unter anderem auch durch eine konstruktive Einwanderungspolitik zu beheben sei. Auch über den kulturellen Wandel in der Arbeitswelt wurde gesprochen: das Nebeneinander von traditionellen Hierarchien und agilen Prozessen und auch, die verschiedenen Generationen mit Ihren unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, benannte Fischer als weitere wichtige Herausforderung. Aktuelle Krisen und die dadurch entstandenen Störungen in der Lieferkette konnten bei Ersa GmbH inzwischen erfolgreich gelöst werden.
Abseits der großen Themen erhielten die Besucher und Besucherinnen direkte Einblicke bei einer Werksführung. Hier gab es auch Gelegenheit zu ganz konkretem Erfahrungsaustausch: So stießen die "Shop Floor Boards", die zur agilen Problemlösung im Werk eingesetzt werden, bei der Delegation auf großes Interesse. Im Anschluss an die Führung sowie beim gemeinsamen Mittagessen wurde die Möglichkeit zu weiteren persönlichen Gesprächen rege genutzt.
Abschließend bedankten sich alle Teilnehmenden für die gelungenen Einblicke und den regen Austausch. Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz bezeichnete den Besuch als "persönlich sehr lehrreich" und unterstrich noch einmal die Bedeutung des Dialogs und der Besinnung auf gemeinsame Werte in unserer Gesellschaft.






